# Produktionslizenzen für Medizinprodukte in Shanghai: Ein Leitfaden für ausländische Investoren Guten Tag, geschätzte Investoren und Leser. Mein Name ist Liu, und ich blicke auf zwölf Jahre bei der Jiaxi Steuer- und Finanzberatungsgesellschaft sowie insgesamt vierzehn Jahre Erfahrung in der Registrierungsabwicklung für ausländische Unternehmen in China zurück. Immer wieder treffe ich auf kluge Geschäftsleute, die den riesigen chinesischen Markt für Medizinprodukte erobern möchten – und Shanghai steht dabei natürlich ganz oben auf der Liste. Doch der Weg von der brillanten Idee zum verkaufsfähigen Produkt führt unweigerlich durch den Dschungel der behördlichen Zulassungen. Die zentrale Frage, die mir fast täglich gestellt wird, lautet: **Welche Produktionslizenzen gelten eigentlich für ausländische Unternehmen für medizinische Geräte in Shanghai?** Diese Frage ist der Schlüssel zum Erfolg und gleichzeitig eine der größten Hürden. Der chinesische Markt ist kein rechtsfreier Raum, sondern ein hochregulierter Sektor mit klaren, wenn auch komplexen Spielregeln. In diesem Artikel möchte ich Ihnen, basierend auf meiner praktischen Erfahrung, eine detaillierte Landkarte durch dieses Labyrinth an die Hand geben.

Die grundlegende Lizenz: Produktionserlaubnis

Das Fundament jeglicher Produktionstätigkeit in China ist die sogenannte Medizinprodukte-Produktionserlaubnis (医疗器械生产许可证). Ohne dieses Dokument ist jede Produktion illegal. Für ausländische Unternehmen bedeutet der Erwerb dieser Lizenz, dass sie eine Produktionsstätte in Shanghai etablieren müssen, die den strengen Anforderungen der National Medical Products Administration (NMPA) und deren lokaler Niederlassung in Shanghai entspricht. Der Prozess beginnt nicht mit der Antragstellung, sondern mit der akribischen Planung der Produktionsstätte selbst. Ich erinnere mich an einen deutschen Kunden, der hochpräzise Dentalimplantate herstellen wollte. Sein erster Entwurf der Fabrikhalle orientierte sich an europäischen Standards – doch wir mussten wochenlang Feinjustierungen vornehmen, um die spezifischen chinesischen Vorgaben für Reinraumklassen, Personalflüsse und Dokumentationspflichten zu erfüllen. Die Behörde prüft hier mit Argusaugen. Ein Gutachter sagte mir einmal in einem vertraulichen Gespräch: "Herr Liu, wir suchen nicht nach Fehlern, wir verifizieren Systeme." Das ist ein entscheidender Mindset-Wechsel: Es geht nicht darum, eine Checkliste abzuhaken, sondern ein nachhaltiges Qualitätsmanagementsystem (QMS) nach den chinesischen GMP (Good Manufacturing Practice)-Richtlinien zu etablieren und nachzuweisen.

Der Antrag selbst ist ein umfangreiches Dossier, das unter anderem detaillierte Grundrisse, Beschreibungen der Produktionslinien, Qualifikationsnachweise des technischen Personals, das etablierte QMS-Handbuch und nicht zuletzt den Nachweis über die rechtliche Existenz der Unternehmenseinheit in China umfasst. Für ausländische Investoren ist die Wahl der richtigen Unternehmensform – oft ein Wholly Foreign-Owned Enterprise (WFOE) mit entsprechendem Produktionsscope – der erste Schritt. Die lokalen Behörden in Shanghai, insbesondere die Shanghai Medical Products Administration, sind zwar professionell, erwarten aber absolute Vollständigkeit und Konformität. Ein unvollständiger Antrag führt zu erheblichen Verzögerungen. Meine Einsicht nach all den Jahren: Beginnen Sie den Prozess mindestens 12-18 Monate vor Ihrem geplanten Produktionsstart und planen Sie ein signifikantes Budget für Beratung und Anpassungen ein. Der "einfache Weg" existiert hier nicht, nur der vorbereitete.

Welche Produktionslizenzen gelten für ausländische Unternehmen für medizinische Geräte in Shanghai?

Die Produktzulassung: Registrierungszertifikat

Parallel oder vor der Produktionslizenz steht eine ebenso kritische Hürde: das Medizinprodukte-Registrierungszertifikat (医疗器械注册证). Dieses zertifiziert nicht den Hersteller, sondern das konkrete Produkt für den chinesischen Markt. Die Klassifizierung Ihres Geräts (Klasse I, II oder III, wobei III die höchste Risikoklasse ist) bestimmt den gesamten folgenden Aufwand. Für ausländische Unternehmen gibt es hier einen entscheidenden Punkt: Oftmals wird das Zertifikat zunächst dem Hersteller im Ausland erteilt. Um es für die lokal in Shanghai produzierte Version zu transferieren oder eine neue Zulassung zu beantragen, sind umfangreiche technische Dossiers, klinische Daten (für Klasse II/III oft aus China selbst!) und Prüfberichte von zugelassenen chinesischen Prüflaboren erforderlich.

Ein Fall aus meiner Praxis verdeutlicht die Fallstricke: Ein US-amerikanisches Unternehmen für bildgebende Diagnostik hatte sein Gerät der Klasse II bereits in Europa und den USA zugelassen. Die klinischen Studien aus diesen Regionen wurden von der NMPA jedoch nicht vollständig anerkannt. Wir mussten eine "klinische Bewertung" durchführen und zusätzlich eine begleitende Studie in zwei Shanghaier Krankenhäusern initiieren, was den Prozess um über ein Jahr verlängerte. Die Behörden argumentieren zu Recht, dass sich Patientenpopulationen und klinische Praktiken unterscheiden können. Daher mein Rat: Beziehen Sie die Anforderungen der chinesischen Produktregistrierung von Anfang an in Ihre globale Produktentwicklungsstrategie ein. Versuchen Sie nicht, im Nachhinein ein "globales" Dossier nur zu übersetzen – das funktioniert selten reibungslos.

Das Qualitätssystem: GMP-Zertifizierung

Die Produktionserlaubnis ist untrennbar mit der Einhaltung der chinesischen GMP-Richtlinien verbunden. Die GMP-Zertifizierung ist keine separate Lizenz, sondern ein integraler Bestandteil des Produktionslizenz-Verfahrens und wird durch eine Vor-Ort-Inspektion durch die Behörden verifiziert. Diese Inspektion ist der "Tag der Wahrheit". Die Inspektoren prüfen nicht nur die Sauberkeit der Halle, sondern tauchen tief in das Qualitätsmanagementsystem ein: Wie werden Lieferanten qualifiziert? Wie wird kalibriert? Wie werden Abweichungen dokumentiert und behandelt? Wie ist die Rückverfolgbarkeit gewährleistet?

Ich habe Inspektionen begleitet, die harmonisch verliefen, und andere, die in einem Albtraum endeten. Ein häufiger Fehler ausländischer Manager ist die Annahme, dass ihr globales QMS automatisch den chinesischen Anforderungen genügt. In einem Fall führte die Verwendung einer nicht zugelassenen Software für Gerätehistorien (das System war zwar technisch überlegen, aber nicht lokal registriert) zu einer "major non-conformity" und zur Aussetzung des Antragsverfahrens. Die Lösung bestand darin, ein hybrides System aus Papier und Software zu etablieren – unbefriedigend, aber konform. Die goldene Regel lautet: Stellen Sie einen lokalen, erfahrenen Qualitätsbeauftragten (Management Representative) ein, der die Sprache der Behörden spricht – sowohl im wörtlichen als auch im übertragenen Sinne. Seine Aufgabe ist es, die Brücke zwischen Ihrem globalen Standard und den lokalen Implementierungsdetails zu schlagen.

Der Standortfaktor: Umwelt- und Bauvorschriften

Eine oft unterschätzte, aber entscheidende Komponente betrifft die physische Produktionsstätte. Bevor Sie überhaupt einen Antrag bei der Medizinproduktebehörde stellen können, müssen Sie mit einer Reihe anderer Shanghaier Behörden ins Reine kommen. Dazu gehören die Umweltschutzbehörde (für die Genehmigung von Abwasser, Emissionen, gefährlichen Stoffen) und die Bauaufsicht (für die Genehmigung der Fabrikhalle, Brandschutz). Shanghai hat hier besonders strenge Vorgaben, die sich auch nach dem geplanten Industriegebiet (z.B. Lingang, Zhangjiang) unterscheiden können.

Ein persönliches Erlebnis: Ein Schweizer Kunde für Einwegartikel der Klasse I wollte eine bestehende Lagerhalle in einem etablierten Park umwidmen. Die Pläne sahen vor, einen kleinen Bereich für sterile Verpackung abzutrennen. Die Bauaufsicht lehnte den ursprünglichen Entwurf ab, da die Brandschutztrennwände nicht den Anforderungen für "saubere Produktion" entsprachen. Wir mussten die komplette innere Raumaufteilung neu planen lassen, was Zeit und Geld kostete. Die Lehre daraus: Beziehen Sie einen lokalen Architekten und einen Umweltberater ein, die Erfahrung mit Medizinproduktefabriken in Shanghai haben, bevor Sie einen Mietvertrag unterschreiben. Was für eine Logistik- oder Montagehalle recht ist, ist für eine Medizinprodukteproduktion noch lange nicht billig.

Der Import-Export-Kreislauf: Zoll und Deklaration

Für ausländische Hersteller, die Komponenten importieren oder fertige Produkte exportieren möchten, kommt eine weitere regulatorische Schicht hinzu. Sie benötigen die entsprechenden Import/Export-Lizenzen für Medizinprodukte und müssen sich mit dem Zollsystem für Medizinprodukte vertraut machen. Jede eingeführte Komponente muss korrekt unter der spezifischen HS-Code (Harmonisiertes System) für Medizinprodukte deklariert werden, und es muss die entsprechende Produktregistrierungsnummer (sofern es sich um ein fertiges Gerät handelt) oder der Nachweis über die Bestimmung zur Weiterverarbeitung vorgelegt werden.

Hier kann es schnell bürokratisch werden. Ich erinnere mich an einen österreichischen Hersteller von Orthopädietechnik, der spezielle Legierungen aus der Heimat importierte. Der Zoll hielt eine Charge wochenlang fest, weil die Deklarationspapiere nicht explizit den Verwendungszweck "für die Herstellung von implantierbaren Medizinprodukten Klasse III" aufführten und die ursprüngliche Konformitätserklärung des Materiallieferanten nicht den chinesischen Normen entsprach. Die Lösung war eine akribische Neudokumentation der gesamten Lieferkette. Der Aufwand ist hoch, aber alternativlos. Ein guter Zollbroker mit Medizinprodukte-Expertise ist hier sein Geld wert in Gold. Vernachlässigen Sie diesen Aspekt nicht – Lieferkettenunterbrechungen aufgrund von Zollproblemen sind eine der häufigsten Ursachen für Produktionsstopps bei Neueinsteigern.

Post-Market Surveillance: Überwachung nach Markteintritt

Die Erlangung der Lizenzen ist kein Endpunkt, sondern der Startschuss für eine permanente Überwachungspflicht. Das System der Post-Market Surveillance (PMS) ist in China äußerst streng. Dazu gehören die Meldung von unerwünschten Vorkommnissen (Adverse Event Reporting), die Durchführung von Rückrufaktionen nach festgelegten Protokollen, die regelmäßige Aktualisierung der Produktregistrierungsunterlagen und die Vorbereitung auf regelmäßige und unangekündigte Nachinspektionen durch die Behörden.

Viele ausländische Unternehmen unterschätzen den Ressourcenaufwand dafür. Sie benötigen eine etablierte, lokale Beschwerdestelle (Complaint Handling Unit) und ein Team, das die Meldungen innerhalb der gesetzlich extrem kurzen Fristen (oft 24-72 Stunden für ernste Vorfälle) bearbeiten und an die Behörden weiterleiten kann. In einem Fall halfen wir einem Unternehmen dabei, ein digitales PMS-System aufzubauen, das die globalen Vorgaben mit den spezifischen Meldeformaten und -wegen der Shanghai Administration verknüpfte. Die größte Herausforderung ist hier kulturell: Das chinesische System erwartet eine sehr proaktive und transparente Kommunikation von potenziellen Risiken, auch wenn die endgültige Ursache noch nicht geklärt ist. Zögern wird als Vertuschungsversuch gewertet. Etablieren Sie die PMS nicht als lästige Pflicht, sondern als integralen Bestandteil Ihres Qualitäts- und Reputationsmanagements in China.

Lokale Partnerschaften und Vertretungen

Für ausländische Hersteller, die nicht selbst eine Produktionsstätte errichten wollen, gibt es den Weg der Auftragsfertigung (Contract Manufacturing) bei einem zugelassenen lokalen Partner. In diesem Szenario verschieben sich die Lizenzanforderungen, verschwinden aber nicht. Der ausländische "Hersteller" (rechtlich Inhaber der Produktregistrierung) muss einen gesetzlichen Vertreter in China (Legal Agent) benennen, der für regulatorische Angelegenheiten haftet. Der Auftragsfertiger (CMO) muss über die entsprechende Produktionslizenz für die Geräteklasse verfügen, und der Vertrag zwischen beiden Parteien muss detailliert die Verantwortlichkeiten im QMS und in der PMS regeln – und wird von den Behörden geprüft.

Die Auswahl des richtigen Partners ist kritisch. Nicht jeder CMO mit einer Lizenz für Klasse II ist auch für hochkomplexe, softwarebasierte Geräte geeignet. Wir haben einmal einen due diligence Prozess für einen französischen Kunden begleitet und festgestellt, dass der favorisierte CMO zwar eine glänzende Fabrik hatte, aber keinerlei Erfahrung mit den speziellen Sterilisationsanforderungen des Produkts. Die Partnerschaft wäre zum Scheitern verurteilt gewesen. Verhandeln Sie nicht nur den Preis, sondern auditierten Sie das technische Know-how und die regulatorische Compliance-Historie des Partners mit derselben Intensität wie die Behörden es tun würden. Eine schlechte Wahl kann Ihr gesamtes Produkt und Ihren Ruf in China gefährden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Frage "Welche Produktionslizenzen gelten für ausländische Unternehmen für medizinische Geräte in Shanghai?" keine einfache, eindimensionale Antwort hat. Es handelt sich vielmehr um ein **komplexes Ökosystem aus miteinander verflochtenen Genehmigungen**, das von der Produktionserlaubnis und Produktregistrierung über GMP, Umweltgenehmigungen und Zollfragen bis hin zu den laufenden Pflichten der Marktüberwachung reicht. Der chinesische Markt, insbesondere ein Vorreiter wie Shanghai, verlangt von ausländischen Investoren nicht nur Kapital und Technologie, sondern vor allem einen tiefen Respekt vor und ein Engagement für seine regulatorischen Rahmenbedingungen. Aus meiner vierzehnjährigen Perspektive ist der häufigste Fehler die Unterschätzung von Zeit, Budget und Managementaufmerksamkeit, die dieser Prozess erfordert. Erfolgreich sind jene, die ihn als strategische Investition in die Marktteilnahme und nicht als lästige bürokratische Hürde betrachten. Die Regulierung wird sich weiter entwickeln, hin zu mehr Digitalisierung und möglicherweise Harmonisierung mit internationalen Standards, aber die Grundprinzipien der Sicherheit, Wirksamkeit und Qualitätskontrolle bleiben bestehen. Meine Empfehlung: Bauen Sie Ihr China-Geschäft auf dem soliden Fundament vollständiger Konformität auf – es ist der einzig nachhaltige Weg in diesem lukrativen, aber anspruchsvollen Markt.

Einschätzung der Jiaxi Steuer- und Finanzberatung

Bei der Jiaxi Steuer- und Finanzberatung begleiten wir ausländische Investoren seit vielen Jahren nicht nur in steuerlichen und finanziellen, sondern auch in diesen kritischen regulatorischen Gründungsphasen. Unsere Einsicht zum Thema Produktionslizenzen für Medizinprodukte ist klar: Es handelt sich um eine **hochintegrierte Managementaufgabe**, bei der Recht, Qualität, Betrieb und Finanzen untrennbar zusammenwirken. Ein isolierter Blick nur auf die "Lizenz" greift zu kurz. Wir raten unseren Klienten stets zu einem holistischen Ansatz: Die Kosten für die Lizenzbeschaffung und -erhaltung müssen bereits in der Investitionsplanung und Preiskalkulation berücksichtigt werden. Die Wahl der Unternehmensstruktur (WFOE, Joint Venture) hat unmittelbare Auswirkungen auf den Lizenzierungsweg. Die laufenden Compliance-Kosten für PMS und Re-Audits sind betriebliche Daueraufgaben, die budgetiert werden müssen. Unser Mehrwert liegt darin, diese scheinbar getrennten Welten – Steueroptimierung der Investition, Finanzplanung für die teure Zulassungsphase und das Verständnis für den regulatorischen Zeithorizont – zusammenzuführen. Ein gut geplanter und